5 Gründe warum Conversational Learning rockt

Beim Conversational E-Learning werden Lerneinheiten in einer Mensch-Maschine-Konversation durchgeführt. Ein digitaler Lernassistent übernimmt die Rolle des Privatlehrers. Dieser neue Ansatz Wissen zu vermitteln, besticht durch fünf entscheidende Vorteile.

Grund 1: Lernen ohne Einstiegshürden

Conversational Learning - Lernen ohne Einstiegshürden

Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich bei meinem letzten Arbeitgeber ein E-Learning zum Thema Brandbekämpfung absolvieren musste. Bevor ich mit dem E-Learning starten konnte, musste ich mich registrieren, danach im E-Learning anmelden, über mehrere Menüpunkte zum Kurs navigieren und dann Instruktionen studieren. Die Lernoberfläche überforderte mich und es dauerte einige Minuten, bis mir klar war, wie ich den Kurs in Angriff nehmen sollte. Ein Jahr später wurde ich aufgefordert am Wiederholungskurs teilzunehmen. Dieses Mal startete mein Benutzererlebnis mit der altbekannten Frage nach dem vergessenen Passwort… Verstehst du mich?

Im modernen Alltag interagieren wir beruflich und privat mit unzähligen Applikationen, die öfters eigene Benutzerkonten erfordern und deren Benutzeroberfläche ganz verschiedene Paradigmen verfolgen. Auch ein E-Learning-System muss, paradoxerweise, gelernt sein, um es zu verstehen und effizient damit zu arbeiten.

“Genius is the ability to reduce the complicated to the simple.”C.W. Ceram, Journalist, Lektor und Autor

E-Learning-Systeme welche auf Conversational Learning basieren, reduzieren gleich mehrere dieser Einstiegshürden:

  • Conversational User Interfaces müssen nicht gelernt werden, da uns die Dialogstrukturen aus Messengern wie WhatsApp, Telegram oder auch geschäftlichen Anwendungen, wie Microsoft Teams oder Webex bekannt sind. Treffen wir auf ein Conversational UI ist uns in Bruchteilen einer Sekunde klar, wie wir mit der Anwendung interagieren und alles Weitere ergibt sich direkt aus dem Dialog.
  • Noch einfacher wird es, wenn das E-Learning in einem uns bereits bekannten Messenger stattfindet. In diesem Fall ist uns nicht nur die Umgebung bereits vertraut, auch entfällt die Suche nach der Zugangsseite. Weitere Zugangsdaten, wie Benutzername und Passwort, sind hinfällig.
  • Conversational UI haben einen weiteren Vorteil gegenüber klassischen Benutzeroberflächen: Sie sind barrierefrei und somit auch für Benutzende mit Einschränkungen zugänglich. Nicht nur lassen sich Konversationen auf verschiedenen Bildschirmgrössen problemlos darstellen (“responsive”), auch sind über Screenreader vorgelesene Dialoge einfacher zu verstehen, als grafische Repräsentationen.

Grund 2: Vertrauen als Grundlage jeden Lernerfolgs

Conversational Learning - Vertrauen als Grundlage jeden Lernerfolgs

Was macht eine Aussage glaubwürdig? Nur der Inhalt oder ist es auch entscheidend, wer die Worte an dich richtet? Würdest du demselben Artikel in einer Tageszeitung, einem Boulevard Journal oder einem Fachmagazin mehr trauen? Klar ist, dass nicht nur der Inhalt, sondern auch der Vermittler entscheidend ist. Gleich verhält sich dies, wenn es sich um eine Lehrperson, oder auch um ein E-Learningsystem handelt.

Vertrauen ist die Basis für jeden Bildungsprozess. Erscheint ein E-Learning-System nicht professionell, zeitgemäss oder ist es sogar fehlerhaft, sinkt auch die Glaubwürdigkeit des von dem E-Learning-Tool vermittelten Lerninhaltes. Doch wie entsteht Vertrauen? Das Vertrauen von Mensch zu Mensch entsteht in der Kommunikation. Wir bauen aufgrund der Expertise, der Sympathie oder/und auch der uns entgegengebrachten Wertschätzung Vertrauen auf.

“Vertrauen ist das Fundament, auf dem alle unsere Entwicklungs-, Bildungs- und Sozialisierungsprozesse aufgebaut werden.”Gerald Hüther, 2004

Die Macht der Worte erlaubt es Conversational-Learning-Systemen ein starkes Vertrauensverhältnis aufzubauen. Ein digitaler Lernassistent kann sich in die Lernenden einfühlen und mit Empathie, Wertschätzung, Humor oder Lob auf den Lernvorgang reagieren. Herkömmlichen E-Learning-Systemen fehlt dazu die Menschlichkeit.

Grund 3: Packendes Lernerlebnis dank Hyper-Personalisierung

Conversational Learning - Packendes Lernerlebnis dank Hyper-Personalisierung

Personalisierung ist seit Jahren ein grosses User Experience-Thema. Im Jahr 2022 spricht man bereits von “Hyper Personalization”. Hyper-Personalization bedeutet, dass sich Anwendungen noch personalisierter auf die Anwendenden einstellen und so das Benutzererlebnis einfacher und zielführender gestalten. Der Videostreaming-Dienst Netflix, der für Personalisierung bekannt ist, achtet z. B. nicht nur darauf, welche Serien du streamst, sondern registriert auch, wenn du eine Wiedergabe pausierst, vorwärts spulst oder dich erst um drei Uhr in der Nacht anmeldest. Alle diese Hinweise wertet Netflix aus, um dir jederzeit die für dich passendsten Serien und Filme vorzuschlagen (Forbes / Getting Started In Hyper Personalization).

Ein Lernassistent erfährt während einer Konversation sehr viel über sein Gegenüber. Das Lernverhalten kann akribisch genau ausgewertet werden. Das erlaubt dem Lernbot ein personalisiertes Lernerlebnis auf verschiedenen Ebenen:

  • Ein Lernassistent kennt den Namen, das Geschlecht und gegebenenfalls weitere persönliche Merkmale wie Alter, Herkunft und Geburtsdatum des Lernenden. Er begrüsst den Lernenden mit seinem Namen, spricht in seiner Sprache und gratuliert ihm sogar zum Geburtstag. Der persönliche Umgang erzeugt für den Benutzenden eine vertraute Atmosphäre im digitalen Raum.
  • Im Hintergrund erstellen Conversational Learning Assistants Personas von jedem Benutzenden. Mit jeder Antwort kennt der Lernassistent den Anwendenden besser und passt seinen Konversationsstil dem Gegenüber an.
  • Ist ein Lernender unterfordert, macht der Lernassistent ihn auf vertiefende Lernvarianten aufmerksam. Ist er überfordert, vereinfacht der Lernassistent die Aufgabenstellungen. Lernt ein Anwendender ununterbrochen, schlägt der Assistent eine Lernpause vor. Erkennt der Lernassistent bestimmte Lernmuster, macht er den Lernenden darauf aufmerksam und unterstützt ihn. So verhindert das Conversational Learning Frustration und sorgt für eine wertstiftende Lernumgebung.

Grund 4: Dank Microlearning Schritt für Schritt zum Erfolg

Conversational Learning - Dank Microlearning Schritt für Schritt zum Erfolg

Früher hat man Briefe geschrieben, heute schreibt man Kurznachrichten über Instant Messenger. Früher hat man mehrseitige Artikel in übergrossen Zeitungen gelesen, heute sind die Artikel in den online Medien vorwiegend kurz. Früher hat man sich Zeit für ein Buch genommen, heute scrollt man durch “Shorts” oder “Reels”, die wenige Sekunden dauern. Diese Aussagen sind wohl verallgemeinert, aber dass der Trend in vielen Bereich zu immer kürzeren Inhalten und Interaktionen geht, ist offensichtlich. Auch im Learning-Bereich ergänzen Microlearning-Formate die längeren Lernformate (Macrolearning).

Microlearnings lassen sich über Conversational Learning optimal vermitteln. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Der digitale Lernassistent kann, z. B. während der Zeit im Bus oder Zug, verwendet werden, um ein Quiz zu lösen. Die Konversation kann jederzeit pausiert und zu einem späteren Zeitpunkt weitergeführt werden. Es ist kein fester Zeitraum erforderlich.
  • Über den Konversationskanal kann der digitale Lernassistent jederzeit “Learning Nuggets”, also kleine Wissenshäppchen in Form von Text, Bilder oder Video zustellen.
  • Durch die analytischen Fähigkeiten des Lernassistenten, kann direkt aus dem Microlearning-Dialog auf grössere Lerneinheiten verwiesen werden, wenn der Chatbot bemerkt, dass diese zielführend sind.

Grund 5: Spielerisch einfach zu mehr Wissen

Conversational Learning - Spielerisch einfach zu mehr Wissen

“Der Mensch ist nur dann an Leib und Seele gesund, wenn ihm alle seine Verrrichtungen, geistige und körperliche, zum Spiele werden.”Christoph Martin Wieland (1733-1813), Dichter

Lernen, Studieren und Üben verbindet man öfters mit Aufwand, Arbeit und Belastung. Im Gegensatz dazu steht das Spielen. Spielen bedeutet Spass, Motivation oder sogar Erholung. Es liegt also nahe, dass Lernprozesse in einer spielerischen Art und Weise stattfinden sollten. Mit Conversational Learnings lassen sich Lernformate erfolgreich gamifizieren:

  • Der Dialog zwischen dem digitalen Lernassistenten und dem Anwendenden kann spannend gestaltet werden. Über die Sprache können Emotionen und Gefühle vermittelt werden und die Entdeckungslust gesteigert werden. Die kurzen Interaktionen ziehen die Anwender in den Bann und sorgen für einen “Flow” beim Lernen.
  • Klassische Gamification-Elemente, wie z. B. Badges, lassen sich sehr gut als Bilder in die Konversation einbetten. Auch das Ankündigen von Errungenschaften und Verlusten, sowie Einschätzungen durch den Chatbot machen aus trockener Materie ein Lernerlebnis und erzeugen eine spielerische Lernumgebung.

Fazit

Conversational Learning ist ein mächtiges Tool, um Wissen zu vermitteln. Der einfache Zugang zur Lernumgebung macht es den Anwendenden besonders einfach. Die Konversationen erlauben es, Vertrauen zum Lernenden aufzubauen und eine spielifizierte Umgebung zu schaffen. Dank Hyper-Personalisierung und Microlearning können packende Lerneinheiten gestaltet werden.

Micromate, der digitale Lernassistent, ist eine state-of-the-art E-Learning-Umgebung, welche sich voll dem Prinzip des Conversational Learning verschrieben hat und viele der erwähnten Möglichkeiten verwendet, um Mitarbeitende oder Studierende effizient auszubilden. Stöbere auf dieser Webseite um mehr über Micromate zu erfahren.